Tier- und naturgestütztes Präventionsprojekt:
„Unsere kleine Farm“

Ganz besondere Bewohner ziehen ins Seniorenzentrum Wilhelm-Lantermann-Haus in Dinslaken ein: Kaninchen und Hühner sind Teil eines auf zwei Jahre angelegten Präventionsprojektes.

In fünf Seniorenzentren der AWO am Niederrhein - in Dinslaken, Duisburg, Kamp-Lintfort, Voerde und Moers – ist das Projekt „Unsere kleine Farm – Tier- und naturgestützte Prävention in der stationären Pflege“ jetzt gestartet. „Mit Hilfe von Tieren und Gärten soll die kognitive und körperliche Gesundheit der Pflegeheimbewohnenden gestärkt werden“, sagt der Leiter der vdek-Landesvertretung in Nordrhein-Westfalen, Dirk Ruiss. „Zudem sollen in den Pflegeeinrichtungen gesundheitsfördernde Strukturen entstehen.“ Finanziert wird das Projekt über den vdek e. V., den Verband der Ersatzkassen in NRW, der die Interessen der Ersatzkassen vertritt. „Wir freuen uns, mit dem Projekt noch mehr Abwechslung in den Alltag unserer Bewohnerinnen und Bewohner und auch Mitarbeitenden bringen zu können“, so die Geschäftsführerin der AWO Seniorendienste Niederrhein Ewa Woroch. „Gerade nach den monatelangen Entbehrungen während der Pandemie ist die kleine Farm ein Highlight für die Bewohnerinnen und Bewohner“, ist sich Ewa Woroch sicher.

Gesundheitsfördernde Kurse

Neben kleinen Tiergärten, die von Kaninchen, Hühnern und weiteren Kleintieren bezogen werden, sind unter anderem Gemüsebeete geplant, aus deren Ernte gesunde Mahlzeiten gekocht werden. Auch ein Sinnesgarten mit duftenden Kräutern und Klangspielen soll entstehen und zu mehr Aufenthalt im Freien animieren.

Ziel ist es, die Pflegebedürftigen der fünf Einrichtungen in alle Arbeitshandlungen mit einzubeziehen und dadurch verschiedene Sinne anzusprechen. Je nach individuellem Interesse und körperlicher Verfassung kann dies vom Betrachten und Streicheln der Tiere bis zur tatkräftigen Mithilfe bei ihrer Versorgung, der Pflege der Pflanzen und der Verarbeitung des geernteten Gemüses geschehen. Darüber hinaus werden gesundheitsfördernde Kurse angeboten, etwa zu Psychischer Gesundheit, Ernährung oder Bewegung.

Hauptsächlich wendet sich „Unsere kleine Farm“ an die Pflegebedürftigen; beteiligt werden aber auch das Fachpersonal vor Ort, Angehörige und sonstige Interessierte.

Experten aus den Bereichen Ökotrophologie, Gartentherapie, Psychotherapie und Ergotherapie erarbeiten gemeinsam die Angebote, die auch nach Abschluss des Projektes als besuchbare Erlebniswelten zur Verfügung stehen und somit besonders nachhaltig wirken können.