Jahresrückblick 2020:
Gemeinsam statt einsam

Was wir in diesem Jahr mit der Corona-Pandemie gemeinsam erlebten, konnten sich vermutlich nur wenige vorstellen. Niemand konnte sich ausmalen, wie ein Virus unseren Alltag und unser Arbeitsleben so durcheinander wirbeln konnte. Dass unsere Mitarbeitenden den Weg mit uns gegangen sind, dabei viele Kompromisse, Einschnitte und Mehrbelastungen in Kauf genommen haben, dafür sind wir ihnen dankbar und es erfüllt uns nach wie vor mit Stolz, wie unsere kleine AWO Familie füreinander einsteht und gemeinsam gegen das Virus kämpft.

Dafür haben unsere Einrichtungen in den zurückliegenden Monaten kreativ ihre Arbeit zu Gunsten denjenigen umgestellt und weiterentwickelt, die – nicht nur in dieser herausfordernden Zeit – unsere Unterstützung in Anspruch nehmen (mussten). Einige Beispiele, von unzähligen großartigen Maßnahmen unserer Einrichtungen stellen wir in diesem Jahresrückblick vor.

Das unsere stationären und teil-stationären Angebote der Altenhilfe von der Corona-Pandemie gefordert wurden, steht außer Frage. Nachdem Mitte März 2020 der Zutritt in Pflegeeinrichtungen untersagt wurde, standen Bewohner*innen, Mitarbeiter*innen, aber auch Angehörige vor einer großen Herausforderung. Neben dem Kampf gegen Ansteckungen kämpften die Beteiligten auch gegen Vereinsamung und Langeweile. So haben beispielsweise neue eingerichtete Videochats eine externe Kommunikation ermöglicht. Mit Hilfe der Videochats konnte aber nicht nur der Kontakt zu den Angehörigen gehalten, sondern auch Gottesdienste in die Einrichtungen gebracht werden. Im AWO Seniorenzentrum Stadt Kamp-Lintfort setzt man recht früh auf diese Form der Kommunikation und richtete schnell und völlig unkompliziert die Videochats für Bewohner*innen und deren Angehörigen um.

Während der ersten Jahreshälfte nutzen viele Einrichtungen ihre Gärten nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für kleine Konzerte im Freien. Zahlreiche Musiker*innen sorgten für Unterhaltung und luden zum Mitsingen ein, was eine willkommene Abwechslung für unsere Bewohner*innen war.

Die vielen bunten Briefe, die beispielsweise die Bewohner*innen des AWO Seniorenzentrums Karl-Jarres-Straße in Duisburg aus der Nachbarschaft erhielten, waren genauso schöne Gesten, wie auch die zahlreichen „Dankes-“ und „Haltet-durch-Pakete“ die an unsere Mitarbeitenden und Bewohner*innen unserer Einrichtung gegangen sind. Diese zauberten allen ein Lächeln ins Gesicht.

Nachdem im Mai wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen erlaubt wurden, mussten dafür in den Einrichtungen spezielle Hygienekonzepte entwickelt werden. Das stellte zwar einen zusätzlichen, aber gerne in Kauf genommenen Aufwand für die Belegschaft dar, um den Bewohner*innen und ihren Angehörigen endlich das so lange erwartete Live-Wiedersehen zu ermöglichen. Das AWO Seniorenzentrum Moers-Schwafheim ermöglichte dieses bspw. mit einem sogenannten Besucherfenster. Zwei Gartenstühle mit bunten Polsterkissen. Auf einem Tischchen stehen Kaffee und Wasser bereit. Ein roter AWO-Pavillon bietet bei Regen Schutz. Die Bewohner*innen sitzen auf der anderen Seite des offenen Fensters im gemütlichen Lehnstuhl. Wenn es kühl ist, gibt es eine extra warme Decke. Ein Zustand, der schwer zu akzeptieren ist – für alle Beteiligten. Jedoch ermöglicht dieser ein sicheres Wiedersehen mit den Liebsten.

Unter strengen Corona-Auflagen fanden weitere hausinterne Feste und Feiern statt. Spontane Musik-Gigs sah man in unseren Einrichtungen in Duisburg, Remscheid, Mönchengladbach und Langenfeld. Im AWO Seniorenzentrum Karl-Jarres-Straße gab es eine spontane BBQ-Aktion. Und im AWO Willi-Hartkopf-Seniorenzentrum feierte man im Juni die traditionelle Beach-Party. Das sind nur drei der vielen Aktionen die unsere Mitarbeitenden für unsere Bewohner*innen auf dem Weg brachten.

Die zweite Pandemie-Welle traf auch unsere Seniorenzentren mit Blick auf Infektionszahlen um ein Vielfaches härter als im Frühjahr. Besonders zu Weihnachten war dies eine besondere Herausforderung – für Mitarbeitende, Bewohner*innen und Angehörige gleichermaßen. Umso schöner und erfreulicher war das herausragende Engagement der Belegschaft in unseren Einrichtungen, um allen Bewohner*innen trotz der widrigen Umstände eine schöne Weihnachtszeit zu ermöglichen. Unser AWO Seniorenzentrum auf der Karl-Jarres-Straße in Duisburg setzte die traditionelle Weihnachtsbäckerei wieder in Betrieb. Das Remscheider AWO Willi-Hartkopf-Seniorenzentrum bestückt den Online-Adventskalender der örtlichen Kirchengemeinde mit zwei Videobeiträgen. Im AWO Wilhelm-Lantermann-Haus brachten Mitarbeiterinnen mit Hilfe eines aufwendig dekorierten Küchenwagens weihnachtliche Stimmung auf die Wohnbereiche. Er wurde hier zum mobile Adventskalender umfunktioniert.

Aber es gab auch Nachrichten ohne Infektionsgeschehen: So feierte das AWO Seniorenzentrum Moers-Schwafheim, zwar an die Corona-Regeln angepasst, die Veröffentlichung unseres ersten eigenen Busches. „Un-Wege – Erinnerung an die Stunde Null“ lässt in einer eindrucksvollen Interviewsammlung Zeitzeuginnen des Kriegsendes zu Wort kommen. Das Buch kann auch heute noch zum Selbstkostenpreis von 19,50 Euro käuflich erworben werden. Bestellungen nehmen wir unter der E-Mail: un-wege@spam protectawo-niederrhein.de entgegen.

Gerne würden wir unseren Mitarbeitenden und Menschen, die unsere Dienste und Einrichtungen in Anspruch nehmen, versprechen, dass nach den wohlverdienten und hoffentlich erholsamen Festtagen im Kreise der Liebsten alles besser wird und wir unseren gewohnten (Arbeits-) Alltag im neuen Jahr zurückbekommen. Doch trotz der Aussicht auf die Impfungen kann das niemand seriös vorhersagen.

Versprechen können wir aber, dass wir weiterhin alles dafür tun, den Arbeitsalltag trotz der widrigen Umstände zu erleichtern und zu vereinfachen. Dazu gehört beispielsweise die Digitalisierung unserer Arbeitsabläufe, die seit Beginn der Pandemie in der Geschäftsstelle und in den Einrichtungen stärker denn je Einzug gehalten hat. Auch wenn sich durch Videokonferenzen, Online-Tools und viele weitere nützliche digitale Elemente bereits viel verändert hat, stehen wir gemeinsam erst am Anfang eines langen Prozesses und Weges, um die Möglichkeiten der Digitalisierung für uns als Chance zu nutzen. Dabei wird sicherlich nicht immer alles rund laufen. Aber gerade die letzten Monate haben uns eines bewiesen: Gemeinsam schaffen wir das!