Thomas Günnewig

Routinier in Sachen Einrichtungsleitung

Thomas Günnewig hat viele Träger kennengelernt und viele Häuser geführt. Das AWO Seniorenzentrum Karl-Jarres-Straße in Duisburg hat ihn als Karriereabschluss überzeugt.

„Ursprünglich habe ich Bäcker und Konditor gelernt. Nach der Bundeswehr wollte ich auf dem Traumschiff durchstarten. Der Traum war leider schnell ausgeträumt: Ich entwickelte eine Mehlallergie. Weil ich ein Jahr warten musste, bevor ich mit der Umschulung anfangen konnte, machte ich ein Praktikum im Altenheim. Das gefiel mir so gut, dass ich eine Ausbildung zur Pflegefachkraft beim Christophorus-Werk anschloss.  

Als Altenpfleger habe ich bei verschiedenen Trägern gearbeitet. 1993 brachte mich eine gerontopsychiatrische Weiterbildung erstmals in ein AWO-Haus: das Seniorenzentrum Moers-Schwafheim. Hier wollte man sich schon damals auf Demenzerkrankte spezialisieren. Weil ein eigener Demenzbereich aber noch nicht zustande kam, bin ich zur Diakonie gewechselt. Sehr schnell übernahm ich erste Führungsfunktionen, durchlief die klassischen Weiterbildungen und verfolgte meine beruflichen Ziele: Praxisanleitung, stellvertretende Wohnbereichsleitung, Wohnbereichsleitung.

Ich wechselte zu den Maltesern und baute eine Tagesspflege mit auf, die ich dann leitete. Das war sehr interessant, weil wir viele Demenzerkrankte unter unseren Gästen hatten. Als es im angeschlossenen Seniorenzentrum einen Führungsengpass gab, übernahm ich die Einrichtungsleitung. Eine Weile war ich Pflegedienst- und Einrichtungsleitung und Qualitätsbeauftragter in Personalunion.

Dann kam die nächste Herausforderung. Dieses Mal richtete ich nicht nur eine neue Tagespflege ein. Ich übernahm ein ganzes Neubauprojekt: Den Malteserstift St. Hedwig in Duisburg-Huckingen. Dort blieb ich neuneinhalb Jahre.

In den Jahren darauf habe ich Einrichtungen von verschiedenen Trägern geleitet. Darüber wurde ich 60 – und wollte eine letzte Veränderung vor dem Ruhestand. Ein Zufall brachte mich nach fast drei Jahrzehnten zurück zu den AWO Seniorendiensten Niederrhein.

Seit dem 1. Mai leite ich das AWO Seniorenzentrum Karl-Jarres-Straße. Ich war in den letzten 12 Jahren meist für freie Träger tätig. Auch ein börsennotiertes Unternehmen war dabei. Wenn es nur noch um Wirtschaftlichkeit geht, bleibt viel von dem auf der Strecke, was Pflege ausmacht. Hier ist das anders. Damit fühle ich mich sehr wohl. In diesem Haus gibt es eine spannende Mischung aus Tradition und Entwicklungspotenzial. Ich freue mich darauf, die mitzugestalten.

Der Zeitpunkt meines Amtsantritts – während Besuchssperre und Kontaktverbot – war natürlich nicht optimal. Unsere Einrichtung aber lebt vom Austausch mit dem Beratungs- und Begegnungszentrum (BBZ). Es ist der Mittelpunkt unseres sozialen Lebens. Viele unserer Angebote fanden zunächst nicht statt, sind nun aber unter strengen Hygieneauflagen wieder möglich: in der Turnhalle, im Schwimmbad, im Café. Es war nicht leicht, sich neu irgendwo einzuführen, wenn einem die Hände gebunden sind. Aber ich habe hier viele gute Mitarbeiter*innen, die mich sehr unterstützen. Wir haben trotz Corona unseren Außenbereich neugestaltet. Der wird jetzt noch möbliert und begrünt. Er soll für Veranstaltungen genutzt werden ­– wenn wir wieder welche durchführen können. Darauf freuen wir uns alle.

Von meiner Seite aus steht fest: Ich wechsele nicht mehr. Wenn ich dann in sechs Jahren in Rente gehe, widme ich mich wieder mehr meiner ursprünglichen Profession. Meine Leidenschaft sind Torten. Die habe ich immer auf Bestellung für Hochzeiten oder Kommunionsfeiern im Familien- und Freundeskreis gemacht. Im Ruhestand nehme ich dann gerne ein paar Aufträge mehr an.“

Thomas Günnewig möchte keinen anderen Arbeitgeber mehr. Und Sie? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.